Stallpflicht ernst genommen

 

Viele haben es sicher schon bemerkt, unser Hahn auf dem Kirchturm in Velden ist seit einiger Zeit schief. Zur Reparatur musste man ihn von unserem fast 70 Meter hohen Turm herunterholen. Doch unser Kirchturmhahn wollte sich nicht so leicht geschlagen geben. Erst beim dritten Mal hat es jetzt geklappt und die drei Kletterer haben ihn und das Kreuz geborgen.

 

Für einige Zeit müssen wir jetzt ohne den Hahn auskommen. Da stellt sich die Frage warum unsere Vorfahren überhaupt einen Hahn auf die Spitze stellten. Zum einen ist er ein Wettersymbol, zumindest wenn er nicht verbogen ist dreht er sich ja und zeigt so die Windrichtung an. Symbolisch ist der Hahn aber bei uns auch eng verknüpft mit dem Patron der Veldener Kirche. Mit der Erzählung vom Karfreitag, in der Petrus seinen Herrn dreimal verrät und danach der Hahn kräht. So wurde der Hahn zum Zeichen, das uns zuruft, auch die Größten und Besten machen Fehler. Keiner soll sich einbilden besser als die anderen zu sein.

 

 

Neben dieser Mahnung steht der Hahn in der kirchlichen Tradition aber auch für die Osterfreude. Beim ersten Hahnenschrei weiß man, dass die Nacht bald vorbei ist. Die Osterbotschaft ist wie so ein Hahnenschrei, der uns zusagt, alles Schwere und Dunkle wird einmal geborgen sein in einem neuen Tag bei Gott. Vielleicht macht uns die leere Spitze wieder für diese Botschaft sensibel und ist uns Mahnung und Freude zugleich.

 

                                                                              

Ihr Pfarrer Tobias Rother